Konjunktur

Konjunkturprognose: IWF erwartet kräftiges Wachstum in Deutschland

Die globale Wirtschaft erholt sich von der Krise - allen voran Deutschland. Um 3,3 Prozent wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr wachsen, erwartet der Internationale Währungsfonds in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick. Im Juli lag das prognostizierte Wachstum noch bei 1,4 Prozent - damit erhöhte der IWF seine Voraussage um mehr als das Doppelte.

Kein anderes westliches Industrieland verzeichnet solch hohe Zuwachsraten: Die deutsche Wirtschaft legt deutlich stärker zu als die der USA, Japans, Frankreichs oder Großbritanniens. Einzig China und Indien bleiben mit Wachstumsraten um die zehn Prozent weiterhin unerreichbar. Auch für 2011 setzte der IWF die Schätzung für Deutschland von 1,6 auf 2,0 Prozent hinauf.

IFO-Institut: Geschäftsklima auf 3-Jahres Hoch

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August noch einmal verbessert: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg leicht von 106,2 Zählern auf 106,7 Punkte, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch mit. Es war der dritte Anstieg in Folge, der Index erreichte den höchsten Stand seit Juni 2007.

Die Unternehmer schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate nur minimal schlechter, die Lage erneut besser ein. Im Juli war der Index so stark gestiegen wie zuletzt vor 20 Jahren. Experten hatten dieses Mal mit einem leichten Rückgang gerechnet - und irrten. Die deutsche Wirtschaft befinde sich in einem stabilen Sommerhoch, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Das monatlich unter rund 7000 Unternehmen erhobene Geschäftsklima ist das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

Exporte im Höhenflug

Der Boom im deutschen Außenhandel hält unvermindert an: Im Juni legten die deutschen Exporte fast um das Vierfache so stark zu wie von Experten erwartet. Bei den Importen erreichte das Volumen sogar den höchsten absoluten Wert seit 60 Jahren.

Auch im Juni stärkster Wachstumsmotor: die Exporte nach Fernost

Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes (Destatis) legten die deutschen Ausfuhren im Juni erneut gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 3,8 Prozent auf 86,5 Milliarden Euro zu. Damit lagen die Exporte der deutschen Wirtschaft im Juni um 28,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und der Wert der ausgeführten Waren so hoch wie seit Oktober 2008 (88,7 Milliarden Euro) nicht mehr. Nachdem die deutschen Exporte bereits im Mai um 7,9 Prozent in die Höhe geschnellt waren, hatten von Reuters befragte Analysten lediglich mit einem Zuwachs um 1,0 Prozent gerechnet. Die deutschen Importe erhöhten sich auf Jahressicht sogar um 31,7 Prozent und erreichten mit einem erneuten Zuwachs gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent auf 72,4 Milliarden Euro den höchsten Wert seit Einführung der Außenhandelsstatistik der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1950.

 

Anstieg der Stahlproduktion schwächt sich im Juli weiter ab

Die Stahlproduktion in Deutschland hat im Juli ihre Erholung mit allerdings verminderter Dynamik fortgesetzt. Wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Montag mitteilte, wurden im Juli 3,5 Millionen Tonnen Rohstahl erschmolzen. Gegenüber dem Vorjahr sei dies ein Anstieg um knapp 30 Prozent.

Im Vormonat war mit insgesamt 3,86 Millionen Tonnen auf Jahressicht noch ein Plus von 53 Prozent erzielt worden. Im Mai waren sogar 4,1 Millionen Tonnen Rohstahl produziert worden.

Wachstum: Wie Sie im Aufschwung durchstarten

Nur 9 Prozent der Unternehmen gehen aus einer Rezession gestärkt hervor, wie eine groß angelegte Analyse vergangener Wirtschaftskrisen zeigt. Lernen Sie von den Siegern, offensive und defensive Maßnahmen ideal miteinander zu kombinieren.

 

Stahlindustrie: Hochöfen laufen wieder heiß

Der Stahlsektor ist eine äußerst zyklische Branche – und hat daher besonders stark unter der Finanz- und Wirtschaftskrise gelitten. Laut Weltstahlverband verzeichneten im Jahr 2009 alle Industriestaaten kräftige Einbrüche. Summa summarum brach die globale Stahlproduktion um acht Prozent auf 1,22 Milliarden Tonnen ein, während die deutschen Hersteller gar einen Produktionsrückgang um 28 Prozent auf rund 33 Millionen Tonnen verkraften mussten.

Automobilbranche: Starker Export rettet die Branche

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Laut einer atuellen Studie zur Entwicklung des PKW-Marktes durch das ifo-Institut, München, werden die Automobilbauer in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich 8,5 Prozent mehr PKW produzieren als im Jahr 2009. Allerdings ist as Wachstum ausschließlich auf den Export zurückzuführen, der nach dem starken Einbruch in 2009 (- 29,6 Prozent) im laufenden Jahr um etwa 20 Prozent zunehmen dürfte.