Stahlindustrie: Hochöfen laufen wieder heiß

Neben dem krisenbedingten Nachfragerückgang machten den Unternehmen vor allem die vollen Lager schwer zu schaffen – und zwar so sehr, dass die Kapazitätsauslastung der deutschen Stahlkocher im Frühjahr 2009 unter die 50-Prozent-Marke rutschte.

Die schneller als erwartet eingetretene globale Konjunkturerholung kommt den Konzernen daher wie gerufen. Bereits seit Mitte 2009 zieht die Nachfrage wieder spürbar an. Die Folge: die Auslastung der hiesigen Unternehmen ist mittlerweile wieder auf 80 Prozent geklettert. Zudem werden die weitgehend abgebauten Lagerbestände wieder sukzessive aufgefüllt. Die Bestellungen passen sich wieder an die tatsächliche Nachfrage an. Einer Prognose der Wirtschaftsvereinigung Stahl zufolge wird die Produktion deutscher Stahlkocher 2010 wieder um bis zu 15 Prozent auf 38 Millionen Tonnen ansteigen. Weltweit erwarten Experten vor allem aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage der Schwellenländer sogar eine Rekordproduktion in Höhe von 1,35 Milliarden Tonnen. Gegenüber 2009 wäre das ein Anstieg um 11,1 Prozent.

Von dieser Entwicklung könnten auch die Aktien der global führenden Stahlunternehmen wie etwa ArcelorMittal, ThyssenKrupp oder Salzgitter profitieren. „Die Geschäftsentwicklung erlaubt es uns, mit gedämpften Optimismus nach vorn zu schauen“, meint etwa ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz. Auch Salzgitter machte zuletzt eher mit positiven statt negativen Nachrichten auf sich aufmerksam. So zog das Unternehmen beispielsweise jüngst einen Großauftrag für den zweiten Strang der Ostseepipeline an Land. Und die Aktie des Weltmarktführers ArcelorMittal empfehlen 18 der insgesamt 23 Analysten, die diesen Titel auf ihrem Radar haben, scheinbar nicht ohne Grund.

Quelle: www.spiegel.de

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